Juckreiz am After, auch pruritus ani genannt, ist einer der häufigsten Gründe, warum man einen Proktologen aufsucht.
Die meisten Betroffenen versuchen, durch das Kratzen Linderung zu verschaffen, was häufig zur zusätzlichen Hautirritation führt und somit den Juckreiz massiv verschlimmert.

Was sind die Ursachen?

Die Ursachen sind vielfältig. Die häufigste Ursache ist die Reizung ( irritativ-toxisches Ekzem ).
Im Areal um den After liegen die Hautfalten aufeinander und aus diesem Grund entwickelt es sich ein feuchtes und sauerstoffarmes Milieu, was zur Aufquellung und Einreißen der Haut führt. Die zusätzliche Verunreinigung z. B. durch Stuhlreste ( häufig bei Verschlussschwäche des Schließmuskels ), Urin, Duft und Konservierungsstoffe ( z.B. bei feuchtem Toilettenpapier) reizt die Haut, so dass es sich massiver Juckreiz und teilweise Brennen entwickelt.
Eine allergische Reaktion z.B. auf bestimmte Lebensmittel oder Waschmittel kann mit starkem Juckreiz verbunden sein.
Hauterkrankungen der analen Region ( Feigwarzen, Lichen etc. )
Neubildungen der analen und perinatalen Haut, die gutartig oder bösartig sein können. Hinzu kommen aber auch viele proktologische Erkrankungen wie Hämorrhoiden, Anafissuren oder Fisteln, die sehr oft mit Juckreiz einhergehen.
Infektionen mit Pilzen, Bakterien oder Parasiten sind ebenfalls möglich.
Wie behandelt man diesen Juckreiz?

Das Wichtigste ist die proktologische Abklärung und keine Selbstheilung!!!

Richtige Behandlung der Grunderkrankung erfolgt durch Proktologen. In manchen Fällen kann der Hautarzt sehr hilfreich sein.
Infektionen werden mit entsprechenden Mitteln behandelt.

Ausschluss der reizenden Substanzen:

Wechsel des Waschmittels
kein feuchtes Toilettenpapier
richtige Analhygiene (Waschen nach dem Stuhlgang mit Wasser und trocken tupfen mit weißem weichem Toilettenpapier, keine mechanische Reizung)
Regulierung des Stuhlganges

Folgende Maßnahmen sind sehr wichtig, um später keine Stuhlhalteschwäche
( Inkontinenz ) zu entwickeln:

Salben mit Zink oder juckreizhemmenden Stoffen
Sitzbäder mit gerbenden Stoffen
Beim Vorliegen der Schließmuskelschwäche Training des Schließmuskels und des Beckenbodens ( z.B. repetitive Magnetfeldtherapie, Beckenbodengymnastik)

Falls Sie noch Fragen oder Abklärung wünschen, besuchen Sie uns in der Praxis.

Ihr Dr. Eduard Karsten