So bleibst du gesund! - Dr. Eduard Karsten erklärt

So bleibst du gesund!

-Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Gesundheit – ein alltägliches Thema

Als Proktologe habe ich in meiner täglichen Arbeit normalerweise mit proktologischen Krankheiten und Problemen zu tun. Themen wie Hämorrhoiden, Steißbeinfisteln oder Unverträglichkeiten stellen meinen Arbeitsalltag dar. Was allerdings häufig nicht beachtet wird, ist, dass sich jeder Arzt und Mediziner nicht nur mit seinem spezifischen Fachgebiet beschäftigt. Die allgemeine Gesundheit ist das übergeordnete Thema, das alle anderen Fachbereiche überdeckt.

Wir als Mediziner haben täglich mit dem gesamten Organismus des Menschen zu tun. Daher tätigen wir auch immer wieder Aufrufe wie „leben Sie gesund“. Aber was bedeutet das eigentlich? Was meinen wir Mediziner damit, dass Sie gesund leben sollen? Ich möchte in diesem Beitrag genau solche Fragen klären. Was ist eigentlich Gesundheit? Ab wann ist man gesund? Ab wann verhält sich ein Mensch gesund?

 

Was ist Gesundheit?

Schon Hippokrates erklärte seinen Schülern immer wieder, dass sie ihren Patienten folgende Frage stellen sollten: Bist du bereit, das aufzugeben, was dich schädigt, bevor ich dich heilen kann? Dieser Satz muss erst einmal bei uns allen in die Köpfe kommen. Gesundheit hat etwas mit Geben und Nehmen zu tun. Jedoch kommt es auf ein gutes Gleichgewicht an, zwischen dem Nehmen vom Körper und dem Geben an den Körper.

Die WHO beschreibt die Gesundheit als einen „Zustand vollständigen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit oder Gebrechen“. Das bedeutet, dass auch Menschen, die krank sind oder beispielsweise nur ein Bein haben, auch zu den gesunden Menschen gezählt werden. Neben Körperlichkeit geht es auch um die Psyche und das Soziale. Man muss sich, um gesund zu sein, wohl und energetisch fühlen – sowohl körperlich als auch psychisch und sozial.

Jetzt stellt sich die Frage, wie dieser Zustand der vollumfänglichen Gesundheit überhaupt erreicht werden kann. Hier sollte man sich an den Prinzipien von Minimum, Maximum und Prioritäten orientieren.

Das Minimumprinzip

Das Minimumprinzip lässt sich ganz einfach beschreiben. Alles, was uns schädigt, muss abgestellt werden. Natürlich kann nicht alles von jetzt auf gleich hundertprozentig beendet oder abgestellt werden, allerdings sollte man dieses Prinzip immer im Hinterkopf haben, wenn man Sachen zu sich nimmt oder Aktivitäten durchführt, die schädlich für den Körper sind.

Gute Beispiele hierfür sind das Rauchen und das Übergewicht. Raucher wissen ganz genau, dass das Rauchen in vielerlei Hinsicht für sich und ihr Umfeld extrem schädlich ist. Allerdings schaffen es die meisten nicht, von dieser Sucht von jetzt auf gleich abzukommen. Jedoch kann hier schon ein Erfolg erzielt werden, wenn der Zigarettenkonsum langfristig immer weiter eingeschränkt wird.

Beim Übergewicht ist es genau dasselbe. Wir alle wissen, dass viele Mahlzeiten nicht gesund oder sogar schädlich sind. Wir gehen manchmal mehrmals in der Woche zu Fast-Food-Ketten oder verspeisen ganze Chipstüten in einer sehr geringen Zeit. Diese Verhaltensweise könnte sehr schnell abgestellt werden, allerdings lassen es die Umstände und Gegebenheiten nicht immer zu. Daher verfallen wir häufig auch nach einem kurzen Abstellen dieser Verhaltensweise schnell wieder zurück in das alte Schema.

 

 

Das Maximumprinzip

Das nächste Prinzip ist das des Maximums. Das, was uns und unserem Körper guttut, sollten wir bestmöglich maximieren. Klingt einfach, ist es eigentlich auch. Beispielsweise braucht der menschliche Körper täglich zwischen 30 und 60 Minuten schwere körperliche Betätigung, wie beispielsweise Sport. Dadurch gewinnen wir nicht nur körperliche Stärke, sondern werden vor allem auch mental gestärkt. Auch die Entgiftung des Körpers spielt hier eine große Rolle.

Extrem wichtig ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Damit sind aber nicht Alkohol und zuckerhaltige Softdrinks gemeint, sondern der regelmäßige und ausreichende Konsum von Wasser. Genauso wichtig ist die Einnahme von Mikro– und Makronährstoffen. Wie und was wir essen, spielt bei der Gesundheitsfrage eine enorm große Bedeutung. Zusätzlich dazu sind auch ausreichend Sauerstoff, also frische Luft und genügend Schlaf sehr wichtig. Gerade für unsere psychische Gesundheit sind Schlaf und frische Luft essenziell. Beim Schlaf ist aber vor allem darauf zu achten, dass er lang und intensiv genug ist. Der Körper regeneriert nämlich nur in den Tiefschlafphasen.

 

 

Das Priorisierungsprinzip

Das letzte Prinzip, also die Priorisierung, baut auf den anderen beiden auf. Hier geht es lediglich um die Frage, was ist ihnen wichtig und was ist ihnen weniger wichtig. Ist es ihnen wichtiger, schnell und unterwegs bei Fast Food Restaurants zu essen oder möchten sie lieber gesund und in Ruhe kochen und zusammen mit ihren Liebsten am Tisch sitzen? Schauen sie lieber noch ein paar Folgen ihrer Lieblingsserie oder gehen sie frühzeitig schlafen, um am nächsten Tag fit in den Tag zu starten?

Ein Appell an uns alle

Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen, dass über 90 Prozent der Erkrankungen absolut vermeidbar sind. Für diese unangenehme Wahrheit sind jedoch wir allein als einzelne Menschen verantwortlich. Niemand zwingt uns zu dem, was wir tun. Wir haben die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten. Bitte beherzigen Sie das und tun Sie ihrem Körper etwas Gutes – er wird es ihnen im Alter danken.

Auf meinem YouTube Kanal finden sie auch ein Video zum Thema Steißbeinfistel. Ich würde mich freuen, wenn sie auch dort einmal vorbeischauen würden.