Darmkrebs Vorsorge

-Fakten und Zahlen zur Darmkrebserkrankung

Fakten und Zahlen zur Darmkrebserkrankung

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten überhaupt. Auf der ganzen Welt sind ca. 1,4 Millionen Menschen von einer Darmkrebserkrankung betroffen. Etwa die Hälfte davon stirbt an den Folgen dieser Erkrankung. Schauen wir uns die Zahlen hier in Deutschland an wird deutlich, dass ca. 230.000 Frauen und 253.000 Männer an Darmkrebs erkrankt sind. Jährlich kommen ca. 60.000 Neuerkrankungen hinzu. Diese Zahlen zeigen, dass die Darmkrebserkrankung wie alle anderen Krebserkrankungen auch sehr ernst genommen werden sollte. Daher ist eine entsprechende Vorsorge dieser Erkrankung essenziell.

Schauen wir uns aber zunächst einmal die Gründe für eine Krebserkrankung des Darms an. Fakten belegen, dass ca. fünf Prozent der betroffenen Darmkrebspatienten Probleme mit den Genen vorweisen. Durch bestimmte Gendefekte oder genetische Erkrankungen kann auf Dauer eine Darmkrebserkrankung auftreten. Die restlichen 95% der betroffenen Patienten weisen eine multifaktorielle Krebserkrankung auf. Das bedeutet, dass diese Patienten neben möglichen Gendefekten und genbedingten Erkrankungen auch weitere Faktoren vorweisen, die zu einer Entwicklung der Krebserkrankung führen. Wie bei so vielen Krankheitsbildern spielt auch beim Darmkrebs der Lifestyle der Menschen eine sehr große Rolle.

Möglichkeiten zur Darmkrebsvorsorge

Was können wir also tun, um das Risiko einer Darmkrebserkrankung so gering wie möglich zu halten? Allgemein sehr risikoreich ist das immer wieder besprochene Thema des Rauchens. Als Mediziner kann ich ihnen nur empfehlen, dass Sie mit dem Rauchen aufhören. Die Folgen des Rauchens sind den meisten Menschen bekannt und doch gibt es immer noch unzählige Raucher in Deutschland. Nicht nur das Risiko einer Darmkrebserkrankung steigt, sondern auch das Risiko für das Entstehen des Lungenkrebs steigt in die Höhe. Daher beherzigen Sie es bitte intensiv, dass Sie durch das Rauchen Ihre Gesundheit extrem gefährden.

Eine weitere Veränderung, die für viele Menschen wichtig ist, ist die Gewichtsreduktion. Allein in Deutschland ist laut des Robert-Koch-Instituts etwa ein Viertel der Erwachsenen stark übergewichtig, also betroffen von Adipositas. Dieser Zustand ist Mitverursacher für viele chronische Krankheiten. Und auch für eine Darmkrebserkrankung ist ein starkes Übergewicht sehr fördernd. Daher sollte darauf geachtet werden, dass der Body-Mass-Index (BMI) dauerhaft unter 25 liegt. So kann der höchste Risikofaktor für eine Darmkrebserkrankung reduziert werden.

Darmkrebsvorsorge durch Ernährung

Aber auch auf die Ernährung sollte ganz genau geachtet werden. Ein Aspekt, der thematisiert werden sollte, ist eine ballaststoffreiche Ernährung. Zu den ballaststoffreichen Lebensmitteln gehören unter anderem Gemüse, verschiedene Kohlarten, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Ebenfalls wichtig ist darauf zu achten, wie häufig man rotes und verarbeitetes Fleisch zu sich nimmt. 

Rind-, Schweine-, Lamm- und Ziegenfleisch können bei zu hohem Konsum zu einer Entstehung von Darmkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes führen. Daher wird empfohlen, dass derartiges Fleisch maximal zweimal pro Woche konsumiert wird. So kann die Entstehung von diversen Erkrankungen verhindert werden.

Passend zum Thema Ernährung bietet es sich ebenfalls an, einen Blick auf Nahrungsergänzungsmittel zu werfen. Das Marketing der Unternehmen, die diese Mittel produzieren, ist häufig darauf ausgelegt, dass ihre Produkte krankheitsvorbeugend und krebshemmend wirken. Allerdings gibt es aktuell keinerlei wissenschaftliche Hinweise darauf, dass durch diese Produkte eine Darmkrebserkrankung vorgebeugt werden kann. Genauso kritisch zu betrachten ist die Chemoprävention mittels Aspirin. Zwar kann Aspirin dafür sorgen, dass eine Krebserkrankung vorgebeugt wird, allerdings ist dafür eine enorme Konsummenge erforderlich, die auf Dauer viele unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringt. Daher wird diese Methode generell nicht empfohlen.

 

Die Rolle der Vorerkrankungen

Allerdings können auch bereits vorhandene Vorerkrankungen das Risiko einer Darmkrebserkrankung stark erhöhen. Beispielsweise sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ein Risikofaktor, wenn die betroffenen Patienten nicht schnellstmöglich medizinisch behandelt werden. Durch regelmäßige Kontrollen kann die entzündliche Aktivität so gering wie möglich gehalten werden. Daher ist eine regelmäßige Darmspiegelung sehr empfehlenswert.

 

 

Das deutsche Vorsorgeprogramm

Wie kann also auch medizinisch eine Darmkrebsvorsorge stattfinden? Dafür hat die Bundesrepublik Deutschland ein Vorsorgeprogramm entwickelt. Jeder Mann ab dem 50. und jede Frau ab dem 55. Lebensjahr hat den Anspruch auf eine Darmspiegelung. Ist diese unauffällig, folgt alle 10 Jahre eine weitere Darmspiegelung. Weist die Spiegelung allerdings auffallende Aspekte auf, ist der Abstand zwischen den Spiegelungen natürlich sehr viel kürzer.

Die letzte Vorsorgemethode, die ich vorstellen möchte, ist der immunologische Stuhltest. Hierbei wird der Stuhl auf verstärkt vorkommendes Blut untersucht. Mittlerweile ist die Forschung so weit, dass die Tests unterscheiden können, ob es sich bei dem Blut um Blut vom Darm oder von anderen Stellen des Körpers handelt. Da bei einer Darmkrebserkrankung das Blutvorkommen im Stuhl stark erhöht ist, ist dies eine ziemlich effektive Methode, um auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam zu werden.

Das wichtigste, was angemerkt werden muss, ist, dass die Polypen, aus denen ein Tumor entsteht, rechtzeitig gefunden werden müssen. Bis sich aus den Polypen ein Tumor entwickelt, dauert es bis zu 10 Jahre. Daher bleibt bei der Feststellung von Polypen genug Zeit, um eine Tumorentstehung vorzubeugen. 

Auf meinem YouTube Kanal finden sie auch ein Video zum Thema Steißbeinfistel. Ich würde mich freuen, wenn sie auch dort einmal vorbeischauen würden.