Was tun bei Verstopfung? - Dr. Eduard Karsten erklärt

Was tun bei Verstopfung?

-Dr. Eduard Karsten klärt auf!

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Verstopfung – eine Volkskrankheit

Die meisten proktologischen Erkrankungen entstehen aufgrund von Stuhlentleerungsstörungen, die im Volksmund meist Verstopfungen genannt werden. Etwa 20 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet immer wieder an Verstopfungen. Als Maßnahme gegen eine Stuhlentleerungsstörung ist in den meisten Fällen eine Umstellung der Ernährung. In diesem Beitrag soll es allerdings nicht um die Möglichkeiten der Ernährung gehen. Hier soll aufgezeigt werden, welche Maßnahmen man zusätzlich zur Ernährung treffen kann, wenn man von einer Stuhlentleerungsstörung betroffen ist.

Eine Verstopfung kann aus vielerlei Gründen entstehen. Häufig liegen die Gründe allerdings in der Lebensweise der Patienten. Auch wird der Enddarm von den meisten Patienten zu sehr belastet, wodurch eine Verstopfung entstehen kann.

Bauchmassage und Toilettentraining

Eines der einfachsten Mittel, um eine Verstopfung vorzubeugen, ist eine regelmäßige Bauchmassage. Diese kann am besten immer nach dem Aufwachen durchgeführt werden. Bei der Massage sollte man im Uhrzeigersinn leicht den Bauch massieren. Dadurch wird die Verdauung angeregt und der Darm entspannt sich. Auch das sogenannte „Toilettentraining“ kann zu guten bis sehr guten Erfolgen führen. Hierbei wird der eigene Darm darauf trainiert, immer zu bestimmten Uhrzeiten für den Toilettengang bereit zu sein. Hierfür sollte man sich nach dem Frühstück für ca. 5 Minuten auf die Toilette setzen. Auch wenn kein Stuhldrang besteht, lernt der Darm so zu dieser Zeit die Verdauung anzuregen und seine Beweglichkeit zu trainieren.

Trinken und Entleerungshilfen

Ebenfalls kann es helfen, wen man immer nach dem Aufwachen bis zu einem Liter Wasser trinkt. Dieses sollte jedoch Raumtemperatur haben, also nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm sein. Dadurch merkt der Darm, dass etwas Neues nachkommt und Platz geschafft werden muss. Auch so lernt der Darm zu dieser bestimmten Uhrzeit fertig für den Toilettengang zu sein. Beim Toilettengang selbst kann die Verwendung einer Entleerungshilfe in Form eines Hockers hilfreich sein. Dieser wird einfach vor die Toilette gestellt und die Füße werden daraufgestellt. So wird die Hüftbeugung verstärkt und der Enddarm entlastet.

Körperliche Betätigung bei Verstopfung

Für Patienten, die viele Tätigkeiten im Sitzen durchführen, besteht eine große Hilfe, wenn sie morgens regelmäßig spazieren gehen oder Gymnastik machen. Dadurch kommen der Körper und vor allem der Darm in Bewegung, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Verstopfung sinkt. Generell ist als Maßnahme gegen Verstopfung die sportliche Aktivität sehr hilfreich. Damit ist aber nicht ein leichter Spaziergang gemeint, sondern wirkliche sportliche Belastung des Körpers. Sie müssen nicht direkt ins Fitnessstudio, um die schweren Gewichte zu heben. Jedoch könnten sie vielleicht laufen gehen oder sich einen Verein suchen, um dort verschiedene Sportarten durchzuführen. Durch diese allgemeine körperliche Betätigung kann nicht nur eine Verstopfung verhindert werden, sondern wird auch die Gesundheit generell aufrecht gehalten. Wenn sie von Übergewicht betroffen sind, ist es ebenfalls wichtig, dass sie ihr Gewicht reduzieren, um wieder in den Normalbereich zu kommen. Übergewicht ist eine der größten Problematiken, wenn es um die Entstehung von Stuhlentleerungsstörungen geht.

Ein letzter Rat

Zuletzt bleibt mir nur zu sagen, dass sie außerdem ihren Hausarzt aufsuchen sollten, wenn sie regelmäßig Medikamente einnehmen. Manchmal können auch Medikamente für Verstopfungen sorgen. In diesem Fall könnten die jeweiligen Medikamente umgestellt bzw. abgesetzt werden.

Bei Fragen zu dem Thema können sie gerne einen Termin mit mir ausmachen!

Auf meinem YouTube Kanal finden sie auch ein Video zum Thema Invagination. Ich würde mich freuen, wenn sie auch dort einmal vorbeischauen würden.