So läuft eine Darmkrebsoperation ab - Dr. Eduard Karsten erklärt

So läuft eine Darmkrebsoperation ab

-Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Erste Worte zur Darmkrebsoperation

Die Darmkrebsoperation ist die wohl wichtigste Behandlungsmöglichkeit, die wir in der Proktologie haben. Mit dieser Operation können wir den betroffenen Patienten nicht nur helfen, wir können sie im Normalfall mit dieser Operation heilen. Die Medizin ist zum Glück mittlerweile so weit, dass einige Krebserkrankungen recht einfach geheilt und bekämpft werden können. Da trotz der ausgezeichneten Vorsorgeprogramme in Deutschland immer noch einige Menschen von Darmkrebs betroffen sind, möchte ich in diesem Beitrag erklären, wie der Prozess einer solchen Darmkrebsoperation aussieht.

Das findet vor der Operation statt

Die Operation ist mittlerweile die Standardmethode geworden, wenn es um die Behandlung einer Darmkrebserkrankung geht. Manchmal ist eine Operation allerdings gar nicht notwendig. Sehr kleine oder nicht gefährliche Tumore können endoskopisch ausgeschält und entfernt werden. Wenn jedoch eine Darmkrebsoperation notwendig ist, findet schon vor der eigentlichen OP ein gewisser Prozess statt.

Eine Darmkrebsoperation wird immer stationär durchgeführt. Wenn der Patient in der Klinik eintrifft, wird mit ihm zunächst das Ausmaß der Operation besprochen. Diesen Prozess nennt man Operationsaufklärung und wird von dem jeweiligen Chirurgen durchgeführt. Dieser bespricht mit dem Patienten, wie die Operation durchgeführt wird und welche Auswirkungen die Narkose auf den Körper haben kann und wird. Außerdem werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, wie die Blutuntersuchung, Ultraschalluntersuchung und in manchen Fällen auch eine radiologische Untersuchung.

Zusätzlich dazu wird auch besprochen, ob der Patient bestimmte Medikamente bekommen muss und ob er schon während der Operation Antibiotika erhalten wird. Durch diese Voruntersuchungen und Besprechungen wird sichergestellt, dass der Patient rundum gut versorgt ist und seine Gesundheit sowohl während als auch nach der Operation sichergestellt ist.

Die eigentliche Darmkrebsoperation

Sind alle Besprechungen und Untersuchungen durchgeführt, kann die Operation beginnen. Hierfür bestehen zum aktuellen Zeitpunkt zwei verschiedene Operationsmöglichkeiten. Die Erste wird mittels eines Bauchschnitts durchgeführt. Hierbei wird der Bauchraum durch einen Bauchschnitt geöffnet. Die zweite und mittlerweile häufigere Möglichkeit ist eine minimalinvasive. Hier werden lediglich zwei kleine Schnitte im Bauch gemacht, wodurch die Geräte und die Kamera in den Bauchraum gelangen können. Der Trend geht aktuell definitiv in Richtung der minimalinvasiven Methode, da sie schonender für den Patienten ist und die Narben nach der Operation geringer sind.

Bei beiden Methoden findet jedoch derselbe Prozess im Bauchraum statt. Der entsprechende Darmabschnitt wird abgetrennt und entfernt. Das zuführende Gefäß wird dabei ebenfalls abgebunden und entfernt. Auch die dazugehörigen Lymphknoten müssen entfernt werden, um sicherzustellen, dass sich der Tumor nicht weiter ausbreiten und entwickeln konnte. Sind alle wichtigen Bestandteile entfernt, werden die beiden Darmenden aneinandergenäht und in manchen Fällen noch ein künstlicher Darmausgang eingesetzt. Dadurch kann die Wunde in Ruhe heilen und die Darminhalte treten durch den künstlichen Darmausgang aus dem Körper.

Das passiert nach der Operation

Nach der erfolgreich durchgeführten Operation muss der Patient je nach Bedarf noch 7 bis 14 Tage im Krankenhaus bleiben. In dieser Zeit werden Nachuntersuchungen durchgeführt und auch die Präparate auf eine mögliche Ausbreitung des Tumors untersucht. Auch wird mit dem Patienten individuell besprochen, ob noch weitere Behandlungen wie eine Chemotherapie notwendig sind.

Generell kann gesagt werden, dass die Darmkrebsoperation mittlerweile ein Standardprozess ist. In Deutschland ist dieser Prozess auf einem sehr hohen Niveau. Durch die sehr guten Vorsorgeprogramme in Deutschland kommt es aber in den meisten Fällen gar nicht mehr zu extremen Streuungen der Tumore, da sie schon frühzeitig entdeckt und entfernt werden können.

Zur Vorsorgeuntersuchung habe ich hier auch schon einen Beitrag geschrieben. Lesen Sie ihn sich gerne durch!

Auf meinem YouTube Kanal finden sie auch ein Video zum Thema Restless-Anus-Syndrom. Ich würde mich freuen, wenn sie auch dort einmal vorbeischauen würden.