Rekto-vaginale Fisteln

-Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Ein spannendes Thema

Das Thema „rekto-vaginale Fisteln“ ist die Fortsetzung zu den zahlreichen Beiträgen und Videos, die ich bisher zum Thema Analfisteln gemacht habe. Da es sich bei dieser Variante um eine Besondere und Seltene handelt, finde ich es sehr spannend, mal über diese zu sprechen. Was es genau mit dieser Art der Fistel auf sich hat und warum die Patientinnen einen starken Leidensdruck haben, zeigt dieser Beitrag.

Wo treten rekto-vaginale Fisteln am häufigsten auf?

Analfisteln sind generell eine häufige proktologische Krankheit. Jedoch gibt es wie bei vielen Krankheiten auch hier speziellere Formen. Die rekto-vaginalen Fisteln gehören zu solchen speziellen Formen. Im Gegensatz zu den „normalen“ Analfisteln treten sie sehr selten auf. Häufig kommt sie in den ärmeren Regionen Afrikas vor, da dort die medizinische Versorgung, vor allem bei Geburten nicht gut genug ist. So können viel mehr Krankheiten entstehen und diese eine enorme Last für die Betroffenen bedeuten.

So entstehen rekto-vaginale Fisteln

Rekto-vaginale Fisteln sind Fisteln, die im Bereich zwischen After und Scheide entstehen. Sie können unterschiedlich groß sein, weswegen auch die Symptome recht unterschiedlich aussehen und auftreten. Darum soll es aber erst im nächsten Abschnitt gehen. Sie fragen sich, wo das Risiko für die Entstehung solcher Fisteln liegt? Vor allem bei schlecht behandelten Geburtstraumen passiert es ab und zu, das rekto-vaginale Fisteln entstehen. Da die Geburtstraumen mittlerweile immer weniger werden und wenn dann gut behandelt werden, besteht hier jedoch nicht mehr das höchste Risiko.

Es wird mittlerweile häufiger von einer Entstehung der Fistel berichtet, wenn die Patientinnen von einer chronisch-entzündlichen-Darmerkrankung betroffen waren. Aber auch nach Afteroperationen besteht die Gefahr der Entstehung solcher Fisteln. Eine Sonderform der rekto-vaginalen Fistel ist die Darm-Scheiden Fistel. Diese tritt aufgrund von Divertikelentzündungen auf. Meistens aber bei Patientinnen, die bereits ihre Gebärmutter entfernt lassen haben.

Die Symptomatik

Wie schon erwähnt, ist die Symptomatik der rekto-vaginalen Fistel recht individuell. Generell kann aber gesagt werden, dass die Symptome für die Patientinnen sehr unangenehm sind. Es handelt sich meistens um Luftabgang über die Scheide. Beim Berichten über diese sonderbare Symptomatik wissen wir Proktologen meist schon über die Ursache Bescheid. Manchmal passiert es aber auch, dass die Patientinnen sogar leichten Stuhlabgang über die Scheide haben. Dies ist für sie natürlich sehr unangenehm und im Alltag sehr belastend und einschränkend. Häufiger beklagen sich die Betroffenen jedoch über Scheiden- und Blasenentzündungen.

Behandlung der Fisteln

Im Normalfall werden die Fisteln schon bei der klinischen Untersuchung entdeckt. Nur selten müssen radiologische Untersuchungen wie ein MRT stattfinden. Die Behandlung ist das größere Problem. Es gibt nämlich bisher keine konservative Methode zur Behandlung dieser rekto-vaginalen Fisteln. Daher muss das kranke Gewebe entfernt und anschließend rekonstruiert werden. Da die Operation technisch sehr anspruchsvoll ist, sollte sie bei jeweiligen Spezialisten stattfinden. Wenn Sie also vermuten, von einer solchen Fistel betroffen zu sein, sollten sie einen Spezialisten aufsuchen, um die bestmögliche Behandlung zu erhalten.

Auf meinem YouTube Kanal finden sie auch ein Video zum Thema Präkanzerose. Ich würde mich freuen, wenn sie auch dort einmal vorbeischauen würden.