Reizdarm – Stress ist ein Problem! - Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Reizdarm – Stress ist ein Problem!

-Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Sehr viele sind betroffen

Der Reizdarm oder das Reizdarmsyndrom kommen sehr häufig vor. Weltweit sind, waren oder werden 1 von 10 Menschen betroffen sein. Das entspricht weltweit einer Zahl von 700 Millionen betroffenen Menschen. Über den genauen Mechanismus und die Auslöser der Krankheit ist bislang noch nicht viel bekannt. Dieser Beitrag soll jedoch darüber aufklären, welche Risikofaktoren für die Entstehung des Krankheitsbildes bestehen.

So tritt der Reizdarm auf

Die Symptome eines Reizdarmes sind sehr vielfältig. Manchmal sind sie nur sehr harmlos und leicht. In manchen Fällen sind sie jedoch auch so schlimm, dass die Betroffenen beispielsweise gar nicht mehr arbeiten können. Gerade im Alltag kann einen ein Reizdarm sehr einschränken.

Es gibt viele verschiedene Formen des Reizdarmes. Beim Obstipationstyp leiden die Betroffenen an Verstopfung. Im Gegensatz dazu gibt es auch den Diarrhoetyp, bei dem die Betroffenen an Durchfällen leiden. Es gibt aber auch weitere Typen wie dem Bläh-, Krampf- und Schmerztyp. Beim Schmerztyp leiden die Patienten meist an starken Schmerzen, besonders im unteren Bauchbereich. Es kommt allerdings auch immer wieder vor, dass sich die verschiedenen Typen vermischen und Symptome parallel auftreten.

Häufig werden diese Symptome leider als Lappalie abgetan. Sie müssen aber wissen, wenn jemand über längere Zeit unspezifische Verdauungsbeschwerden hat, ist eine qualifizierte ärztliche Diagnostik notwendig. Auch wenn die Symptome meist recht harmlos wirken, muss eine schwerwiegende Krankheit ausgeschlossen werden. Die Ursache für diese Verdauungsbeschwerden kann auch von woanders als von Darm kommen.

Wenn die medizinische Untersuchung nichts erbracht hat, kann der Verdacht auf einen Reizdarm ausgesprochen werden. Allerdings sollte vorher noch ein Test auf Nahrungsmittelunverträglichkeit gemacht werden. Wenn dieser ebenfalls keine Auffälligkeiten zeigt, steht die Diagnose eines Reizdarmes.

Was könnten die Ursachen für einen Reizdarm sein?

Wir wissen, dass die Ursachen für einen Reizdarm sehr komplex sind. Bei der Entstehung spielen viele Faktoren eine Rolle und manchmal greifen diese Faktoren sogar ineinander. Die Entstehung selbst ist noch nicht vollständig geklärt. Allerdings hat die Wissenschaft herausgefunden, dass die Psyche eine unglaublich große Rolle spielt. Sehr viele Betroffene stecken in einer schwierigen Lebenssituation und haben für lange Zeit ein sehr hohes Stresslevel. Ein Reizdarm tritt häufig dann auf, wenn die Menschen von Angststörungen, Depressionen oder sexuellem und psychischem Missbrauch betroffen sind. Es wurden jedoch ebenfalls familiäre Häufungen sichtbar, was darauf schließen lässt, dass die Genetik eine gewisse Rolle spielen könnte.

Der Botenstoff Serotonin

Es besteht eine Verbindung zwischen dem Hirn und dem Darm. Diese wird auch Darm-Hirn-Achse genannt. Der Stoff Serotonin spielt dabei eine große Rolle. Hierbei handelt es sich um einen Botenstoff, der ganz viele Funktionen im menschlichen Körper hat. Er wirkt sich vor allem stark auf das Herz-Kreislauf-System aus. Er steuert jedoch auch die Verdauungsmuskulatur. Ebenfalls ist Serotonin ein Wohlfühlstoff, der für das menschliche Wohlbefinden sorgt. Er ist aber auch eine Vorstufe des Stoffes Melatonin, welcher ein Schlafhormon ist und auch für die Regeneration zuständig ist.

Was hat das mit dem Reizdarm zu tun?

Auch im Kopf spielt Serotonin eine sehr große Rolle, was wichtig ist, wenn wir uns an die Psyche als Ursache zurückerinnern. Der Stoff Serotonin wird in der Darmschleimhaut produziert, genauer wird er dort aus der Aminosäure Tryptophan hergestellt. Tryptophan kann der Körper jedoch nicht selbst herstellen, daher muss diese Aminosäure durch die Nahrung in den Körper gelangen. Wir merken also, dass die Ernährung ebenfalls eine Rolle spielt.

Wenn wir zu wenig Tryptophan im Körper haben, kann dieser nicht genug Serotonin produzieren. Dadurch fühlen wir uns schlecht und können unserem Stress nicht entgegensteuern, wodurch das Stresslevel langfristig steigt. Dies hat eine sehr negative Auswirkung auf den gesamten Körper und auch auf die Verdauung. Es ist also ein dauerhafter Teufelskreis, wodurch die Symptome des Reizdarmes auf Dauer chronisch werden.

Sie merken also, dass das gesamte Thema Reizdarm sehr komplex ist. Daher kann ich Ihnen nur empfehlen, dass Sie sich bei langfristigen unspezifischen Verdauungsproblemen bei einem Facharzt vorstellen. Nur so kann Ihnen langfristig geholfen werden.

Auf meinem YouTube Kanal finden sie auch ein Video zum Thema Analprolaps. Ich würde mich freuen, wenn sie auch dort einmal vorbeischauen würden.