Prehabilitation gegen Wundheilungsstörung - Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Prehabilitation gegen Wundheilungsstörung

-Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Wundheilungsstörung vorbeugen durch Prehabilitation

Nachdem wir darüber gesprochen haben, was eine Wundheilungsstörung überhaupt ist, stellt sich jetzt die Frage, was wir tun können, damit diese Störung gar nicht erst auftritt. Die meisten Eingriffe in der Proktologie sind elektive Eingriffe. Das bedeutet, dass wir Zeit haben und es sich nicht um einen Notfall handelt. Daher haben wir die Möglichkeit, schon vorab mit den Patienten zu arbeiten.

Dieses Konzept ist neu

Die Probleme bei der Wundheilung treten relativ selten auf. Wenn sie jedoch auftreten, sind sie meist sehr unangenehm und lästig für die Patienten. Bei der näheren Betrachtung wird deutlich, dass die Wundheilungsstörung eher weniger in den ambulanten Praxen vorkommt. In den Kliniken schon eher, da dort viel mehr Patienten behandelt werden, die häufig auch viel stärker erkrankt sind.

Daher hat die medizinische Wissenschaft ein Konzept entwickelt, womit die Patienten schon vorab auf die Wundheilung vorbereitet werden. Dieses Konzept nennt sich Prehabilitation. Im Gegensatz zur Rehabilitation wird der Patient nicht bei der Heilung betreut, sondern bekommt schon Hilfe, bevor der Eingriff überhaupt stattfindet. Diese Vorbereitung sollte ca. 4-6 Wochen vor dem Eingriff starten, damit man ein wirksames Ergebnis erzielen kann.

Prehabilitation vor Wundheilungsstörung

Das Prinzip des neuen Konzeptes ist es, die Patienten schon vor dem Eingriff mit Makro- und Mikronährstoffen zu versorgen, damit ein Mangelzustand kein Grund für eine Wundheilungsstörung sein kann. Beim Eingriff wird ein entzündlicher Prozess gestartet, bei dem der Patient einen höheren Energiebedarf hat. Auch der Bedarf an Eiweißen und Makronährstoffen steigt enorm. Auch wird deutlich, dass die Insulinresistenz der Patienten sinkt, wodurch ein Problem bei Diabetikern entsteht. Durch die Prehabilitation werden die Patienten optimal auf den Entzündungszustand vorbereitet.

Diese Nährstoffe werden empfohlen

Empfohlen wird vor allem, dass die Patienten ihren Vitamin D Status testen und diesen falls nötig auffüllen. Die Erfahrung zeigt, dass Patienten mit einem normalen Vitamin D Status weniger zu einer Wundheilungsstörung neigen. Auch ist es sinnvoll, Vitamin B12, Vitamin C, Vollsäuren und Eisen zu verabreichen. Aber auch die Einnahme von ausreichend Eiweiß ist sehr wichtig, damit die Muskeln während des Heilungsprozesses nicht abbauen. Daher sollte 1,4 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht werden. Bei proktologischen Eingriffen wird ebenfalls diskutiert, ob die Gabe von Probiotika sinnvoll ist. Ich empfehle das aktuell noch nicht, da mir die Datenlage noch zu dünn ist.

Mein kurzes Fazit

Wie Sie sehen, handelt es sich bei der Prehabilitation um eine sehr einfache und günstige Methode, die aber sehr gut wirkt. Wenn Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, können Sie sich gerne bei uns melden.

Auf meinem YouTube Kanal finden sie auch ein Video zum Thema Hämorrhoiden vermeiden. Ich würde mich freuen, wenn sie auch dort einmal vorbeischauen würden.