Mikrobiom und Reizdarm - Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Reizdarm – Stress ist ein Problem!

-Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Eine häufige Diagnose

Welche Rolle spielt das Mikrobiom bei der Entstehung des Reizdarm-Syndroms? Das Reizdarm-Syndrom gehört zu den häufigsten Diagnosen, die in ärztlichen Praxen gestellt werden, besonders in der Allgemeinmedizin. Wie schon in der Anfangsfrage erwähnt, kann das Mikrobiom eine große Rolle spielen, wenn es um die Entstehung des Reizdarmes geht.

Was ist das Mikrobiom?

Das Mikrobiom ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die bei uns in und auf dem menschlichen Körper liegen. Es gibt aber auch das sogenannte Darmmikrobiom. Der gesamte Magen-Darm-Trakt von Mund bis Anus ist mit Mikroorganismen besiedelt. Dabei überschreitet der Anteil der Mikroorganismen die Menge unserer Zellen. Das Darmmikrobiom spielt eine unglaublich große Rolle in unserem Körper. Es hat einen enormen Einfluss auf das Immunsystem, die Immunabwehr, die Synthese bestimmter Vitamine und Stoffe, den genetischen Transfer und für die Verwertung bestimmter Nährstoffe. Häufig wird das Mikrobiom auch als ein zusätzliches Organ beschrieben.

So wirkt sich das Mikrobiom auf den Reizdarm aus

Schon bei der Geburt fängt das Mikrobiom an, sich im Darmtrakt des Babys anzusiedeln. Mit der Muttermilch und der Ernährung wird dieses Mikrobiom immer intensiver und stärker. Wenn die aufgebaute Darmflora negativ verändert wird, spricht man von einer Dysbiose. Diese Dysbiose stellt einen Risikofaktor für die Entstehung eines Reizdarmes dar.

Es gibt einige verschiedene Typen des Reizdarmes. Den Obtispationstyp, den Diarrhoetyp, den Krampftyp, den Schmerztyp und den Blähtyp. Manchmal verändern oder vermischen sich diese Typen allerdings auch. Wenn jemand vom Reizdarm betroffen sein könnte, muss auf jeden Fall eine schwerwiegende Erkrankung des Magen-Darm-Traktes ausgeschlossen werden. Die Ursachen für die Symptome können nämlich auch ganz woanders liegen. Es gibt jedoch auch fäkale Bakterien in der Darmflora, die einen protektiven Faktor gegenüber der Entstehung vom Reizdarm spielen.

Wie entsteht eine Dysbiose?

Die eben beschriebene Dysbiose kann vor allem durch das Einnehmen von Antibiotika entstehen. Durch diese Antibiotika werden sehr viele gute Bakterien zerstört. Aber auch eine Entzündung des Darmes kann zu einer Dysbiose führen. Hierbei verändert sich die Darmflora und wird zum Teil von bösartigen Bakterien verdrängt. Dadurch hat man einen Mangel an protektiven Bakterien. Spannend zu betrachten ist, dass ca. ein Drittel der von einer Darmentzündung betroffenen Patienten später von einem Reizdarm betroffen sind.

Leider wissen wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht so viel über das Mikrobiom. Wir wissen jedoch, dass das Mikrobiom sehr schwer zu beeinflussen ist. Daher sollten sich Ärzte, bevor sie Antibiotika geben, überlegen, ob sie nicht vielleicht bestimmte Bakterienstämme verabreichen. Dadurch kann die Darmflora schon vorab stabilisiert werden. Man kann die Darmflora jedoch auch genetisch leicht verändern, indem man seine Ernährung dementsprechend umstellt.

Ein paar letzte Worte

Wie man sieht, gehört das Mikrobiom zu den stärkeren Risikofaktoren des Reizdarmes. Auch für andere Erkrankungen kann das Mikrobiom eine große Rolle spielen. Wenn Sie mehr zum Thema Reizdarm wissen möchten, sollten Sie sich den vorherigen Blog durchlesen.

Auf meinem YouTube Kanal finden sie auch ein Video zum Thema Reizdarm. Ich würde mich freuen, wenn sie auch dort einmal vorbeischauen würden.