Leaky Gut und der PANDA-Test - Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Leaky Gut und der PANDA-Test

-Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Mögliche Ursache von Krankheiten

In unserer Praxis erreichen uns viele Fragen rund um die verschiedensten Krankheitsbilder. Es tauchen auch einige Fragen zu dem Thema „Leaky Gut“ auf. Das ist auch nicht verwunderlich, denn Leaky Gut gilt heute als mögliche Ursache einiger Krankheitsbilder wie Allergien oder Depressionen, wie auch viele andere weitere.

Was ist „Leaky Gut“?

Leaky Gut (zu deutsch: durchlässiger Darm) ist eine noch nicht einheitlich bestätigtes und noch wenig erforschtes Krankheitsbild, welches durch eine Beschädigung der Barrierefunktion der Darmschleimhaut entsteht. Hierbei entstanden Schäden in der Schleimhaut und das auf Zellebene. Diese Zellen bestehen aus dem Protein Zonulin und werden, sollte ein Leaky Gut Syndrom vorliegen, im Stuhl wiedergefunden. Diese offenen Stellen in der Darmschleimhaut bieten Bakterien, Toxine oder weiteren Schadstoffen den Platz, um in den Blutkreislauf zu gelangen. Leaky Gut wird heutzutage durch den Zonulintest, als auch dem PANDA – Test erkannt. Im Gegensatz zum eher unerforschten PANDA – Test ist der Zonulintest wissenschaftlich erforscht und anerkannt. Hierbei messen Mediziner den Zonulingehalt im Stuhl. Durch die Beschädigung der Zellen fallen Zonulinteilchen von der Schleimhaut ab und landen schlussendlich im Stuhl. Ein erhöhter Zonulinwert wäre ein Anzeichen für eine Leaky Gut-Erkrankung. 

Der PANDA-Test

Der PANDA – Test ist neben dem wissenschaftlich anerkannten Zonulin-Test eine weitere Möglichkeit, Leaky Gut zu erkennen. Das Wort PANDA ist hierbei ein Acronym für die englische Bezeichnung Platelets Analysed Number in Different Anticoagulants, was zu deutsch: „Die Anzahl der Blutplättchen, gemessen in verschiedenen blutverdünnenden Substanzen“.

Wie funktioniert der PANDA–Test?

 Der PANDA – Test gilt als einfache und auch kostengünstige Methode. Bei dieser Methode nehmen wir dem Patieten Blut ab und geben diese Blutproben in verschiedene blutverdünnende Substanzen. Hierbei könnte es sich um EDTA oder um Citrate handeln. Um Leaky Gut zu diagnostizieren, muss festgestellt werden, ob bei diesen Bluttests verschiedene Toxine im Blut gefunden wurden. Denn Leaky Gut bietet verschiedenen Toxinen und weiteren Krankheitserregern die Möglichkeit, in den Blutkreislauf einzudringen.

Diese Toxine werden in der Medizin „LPS“ genannt. LPS steht für Lipopolysaccharide und diese Lipopolysaccharide sind der äußere Bestandteil von bestimmten Bakterien. Beim Zerfall dieser Bakterien werden Teile der LPS frei und wirken toxisch. Und eben diese Toxine erkennen wir mithilfe des PANDA – Tests. Diese LPS die Eigenschaft, sich in blutverändernden Substanzen zu verändern. Sie ändern die Form. Im Gegensatz zu den klassischen Blutplättchen werden diese LPS stachelig und senken damit die Anzahl der klassischen Plättchen im Blut. Bei der optischen Erkennung kann dadurch also eine Intoxikation festgestellt werden.

Der aktuelle Stand der Forschung

Sowohl bei der Leaky Gut – Erkrankung als auch beim PANDA Test steht die Forschung noch am Anfang. Es gibt einige valide Forschungsberichte, welche die bestehenden Kenntnisse über die Erkrankung bestätigen. Aber auch ebenso viele, die diese Aussagen widerlegen. Daher muss weiterhin geforscht werden. Wir als Praxis bieten den PANDA – Test aktuell nicht an, einige wenige Kollegen hingegen schon. Da die Leaky-Gut Erkrankung sehr selten auftritt, haben wir uns aktuell gegen eine Anwendung des PANDA-Tests entscheiden. Bei uns wird bei der Diagnostik zuerst weitaus häufiger auftretende Erkrankungen in Erwägung gezogen und Leaky Gut eher als letzte Möglichkeit gesehen.

Sollten Sie dennoch irgendwelche Fragen zum Thema PANDA – Test, Zonulintest oder auch zu Krankheitsbild „Leaky Gut“ haben, dann buchen Sie gern einen Termin für ein Erstgespräch bei uns!

Auf meinem YouTube Kanal finden sie auch ein Video zum Thema „mein Weg zur Proktologie“. Ich würde mich freuen, wenn sie auch dort einmal vorbeischauen würden.