Feigwarzen - Dr. Eduard Karsten erklärt

Feigwarzen

-Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Genitale oder anale Feigwarzen gehören zu den häufigsten und übertragbarsten Sexualkrankheiten. Viele Menschen haben von dieser Erkrankung noch nicht gehört. Jedoch sind die Durchseuchung und die Inzidenz in der deutschen Bevölkerung gar nicht mal so gering. Der Grund für die Entstehung von Feigwarzen ist das HPV Virus (Humanes Papillomvirus). Was es genau mit dieser Krankheit auf sich hat und wie eine mögliche Therapie aussehen kann, wird in diesem Beitrag beschrieben.

Was sind Feigwarzen?

Feigwarzen sind meist spitze Warzen, die erst mal entstehen und keine weiteren Probleme mit sich bringen. Allerdings werden sie mit der Zeit mehr und können für bestimmte Symptome sorgen. Neben den spitzen Warzen gibt es aber auch noch die Möglichkeit von flachen Warzen. Ein sehr seltener Sonderfall tritt dann auf, wenn es lediglich eine einzelne, dafür aber sehr große Warze gibt. Die Symptome einer Feigwarzenerkrankung sind vielfältig. Am häufigsten kommen die Patienten aber aufgrund von anhaltenden Juckreizen in die Praxis.

Wichtig zu sagen ist auch, dass die Warzen nicht nur im analen Bereich auftreten. Manchmal wandern sie auch in den Genitalbereich oder treten sogar in anderen Schleimhäuten wie dem Mundraum auf. HNO-Ärzte berichten immer mal wieder über Feigwarzen in den von ihnen behandelten Bereichen des Körpers.

Das Risiko von Feigwarzen

Wie schon erwähnt gehören die Feigwarzen zu den häufigsten und übertragbarsten Sexualerkrankungen. Hier ist zu erwähnen, dass es nicht nur die recht harmlosen Feigwarzen gibt. Es gibt auch Sondertypen, bei denen ein erhöhtes Risiko für weitere schwerwiegende Folgen aufgrund der Erkrankung besteht. Daher sollte bei bestehendem Verdacht auf eine HPV-Infektion immer eine Gewebeprobe entnommen werden. So könne eventuelle weitere Risiken festgestellt und frühzeitig behandelt werden.

Generell kann gesagt werden, dass die mit Abstand häufigste Übertragung beim Geschlechtsverkehr stattfindet. Es kann auch manchmal bei Kleinkindern auftreten, dass sie sich durch den Körperkontakt mit der infizierten Mutter anstecken. Dies ist jedoch sehr selten der Fall. Das Risiko liegt am höchsten bei den Menschen, die viele verschiedene Geschlechtspartner haben. Auch junge Menschen sind häufiger von dieser Infektion betroffen. Vor allem wenn schon andere Erkrankungen wie das HIV-Virus vorliegen, ist das Immunsystem zu schwach, um gegen weitere Viren anzukommen. Aber auch das Rauchen erhöht das Risiko, an einem solchen Virus zu erkranken.

Behandlung und Therapie von Feigwarzen

Bei einem Verdacht oder einer bestätigten HPV-Infektion sollten Männer auf jeden Fall auch zum Urologen und Frauen dementsprechend zum Gynäkologen. Diese können untersuchen, ob sich die Feigwarzen auch im genitalen Bereich verteilt haben. Vor allem bei Frauen muss in diesem Fall ein Gebärmutterhalskrebs ausgeschlossen werden.

Für die Therapie bestehen zwei Möglichkeiten – die konservative und die operative. Bei der konservativen Methode wird mit Salben und anderen Mitteln versucht, die Warzen abzutöten. Da es sich hierbei jedoch um Chemotherapeutika handelt, ist diese Methode nicht sehr schonend. Es besteht eine sehr hohe Toxizität und für die Patienten ist diese Behandlungsmethode sehr unangenehm und schmerzhaft.

Daher führen wir in unserer Praxis im Normalfall die operative Methode durch. Hier wird die Tumorlast reduziert, also werden die kleinen Warzen komplett entfernt. Diese Methode hat sich als sehr gut herausgestellt. Auch weil dabei viel Gewebe für eine nachstehende Untersuchung gewonnen wird, um weitere Auswirkungen festzustellen. Nach der Operation klagen die Patienten nur selten über Beschwerden. Jedoch ist es nicht selten, dass die Feigwarzen wieder entstehen und die Patienten mehrfach operiert werden müssen. Nach ein paar Operationen treten aber meistens keine weiteren Warzen mehr auf.

Abschließende Worte

Generell muss gesagt werden, dass das Virus auch nach den Behandlungen nicht komplett aus dem Körper raus ist. Allerdings sollten keine Probleme mehr auftreten. Trotzdem kann man noch infektiös sein. Daher sind die Wahl der Geschlechtspartner und vor allem der richtige Schutz extrem wichtig, wofür ich an dieser Stelle appellieren möchte. Wenn Sie also vermuten, von Feigwarzen betroffen zu sein, lassen Sie sich von einem vertrauten Arzt untersuchen.

Auf meinem YouTube Kanal finden sie auch ein Video zum Thema künstlicher Darmausgang. Ich würde mich freuen, wenn sie auch dort einmal vorbeischauen würden.