Covid-19 und Restless-Anus-Syndrom - Dr. Eduard Karsten erklärt

Covid-19 und Restless-Anus-Syndrom

-Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Medizinisch gesehen leben wir aktuell in einer extrem spannenden und interessanten Zeit. Sars-CoV-19 hat nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die gesamte Medizin an ihre Grenzen gebracht und ihr viele neue Phänomene präsentiert. Ein Fall, der vor Kurzem in Tokio beschrieben wurde, befasst sich mit dem Restless-Anus-Syndrom. Was es damit auf sich hat und wie Covid-19 dort mit reinspielt, erkläre ich ihnen in diesem Beitrag.

Darum ist Covid-19 so spannend

Auch wenn es in diesem Beitrag nicht direkt um den Virus Sars-CoV-19 selbst geht, möchte ich trotzdem kurz erwähnen, wieso dieser Virus aktuell so spannend für die Medizin ist. Seit mittlerweile zwei Jahren beschäftigen uns dieser Virus und diese Pandemie. Innerhalb dieser zwei Jahre wurde sehr schnell klar, dass es sich hierbei um einen sehr schwerwiegenden und schwer zu beherrschenden Virus handelt. Für uns Mediziner ist dieser Virus aber nicht nur schwerwiegend, sondern auch äußerst interessant und spannend zu beobachten. Dadurch, dass der Virus eine solche Vielzahl an Symptomen aufweist und auch die Langzeitfolgen extrem unterschiedlich ausfallen können, sind die neuen täglichen Erkenntnisse aus der Forschung sehr spannend zu beobachten. Die Langzeitfolgen sind aber nicht nur solche wie das Long-Covid-Syndrom, sondern auch viele weitere, die wir aktuell vielleicht noch gar nicht vermuten.

Der Fall Tokio

Eines der Langzeitsyndrome, die wir bis vor Kurzem noch nicht kannten, beschreibt ein Fall, der sich in Tokio abgespielt hat. In diesem Fall wurde ein 77-jähriger männlicher Patient aufgrund von einer Sars-CoV-19 Erkrankung stationär im Krankenhaus behandelt. Der Patient zeigte eigentlich keine schwerwiegenden Symptome, weswegen er nach einiger Zeit wieder ohne Probleme entlassen werden konnte. Nach der Entlassung quälten den Patienten allerdings dauerhafte Angstzustände und enorme Schlafstörungen. Gegen die Angststörungen kam der Patient nicht an und auch die Schlafstörungen konnten nur mit sehr starken Schlafmitteln gemildert werden.

Nach einigen Wochen entwickelte der Patient außerdem ein sehr sonderbares Syndrom. Er beschrieb ein sehr sonderbares Missempfinden am After, welches ihn dauerhaft quälen und belasten würde. Das kuriose an der Sache war, dass er lediglich durch aktives Rennen oder durch, ich zitiere „das enthusiastische Computerspielen“ eine Besserung verspürte. Die Ursachen für dieses Syndrom konnten lange nicht geklärt werden. Die proktologische Untersuchung zeigte lediglich leichtes Hämorrhoidalleiden. Auch die neurologische Diagnostik wies keinerlei Auffälligkeiten auf. Nach ein paar weiteren Untersuchungen fiel den Ärzten allerdings auf, dass es bei dem „neuen“ Syndrom eine starke Ähnlichkeit zum Restless-Legs-Syndrom gibt. Hierbei klagen die Patienten über dieselben Dinge wie der Mann in Tokio, lediglich im Beinbereich. Nach dieser Erkenntnis wurde der Patient entsprechend des Restless-Legs-Syndroms behandelt. Diese Behandlung schlug sehr gut an und der Patient verspürte eine sehr schnelle Besserung der Symptome. In der Literatur wird dieses Syndrom aktuell als Restless-Anus-Syndrom beschrieben.

Meine eigene Meinung

Ob das Restless-Anus-Syndrom wirklich mit einer Sars-CoV-19 Erkrankung in Verbindung steht, kann ich zum aktuellen Zeitpunkt weder bestätigen noch dementieren. Was ich aber sagen kann, ist, dass es sich bei diesem Fall um einen Einzelfall handelt und der mögliche Zusammenhang natürlich auch nur reiner Zufall sein kann. Jedoch ist Sars-CoV-19 auf jeden Fall ein sehr spannender Virus, der natürlich sehr schwerwiegend, aber aus medizinischer Sicht auch sehr spannend ist.

Auf meinem YouTube Kanal finden sie auch ein Video zum Thema Analfissur. Ich würde mich freuen, wenn sie auch dort einmal vorbeischauen würden.