Behandlungsmethoden von Hämorrhoiden - Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Behandlungsmethoden von Hämorrhoiden

-Dr. Eduard Karsten klärt auf!

Methoden zur Behandlung von Hämorrhoiden

In den sozialen Medien wurde ich gefragt, welche Behandlungsmöglichkeit die beste bei Hämorrhoiden sei. Zur Auswahl standen hier die Rafaelo-Methode und die Leonardo-Methode. Ich musste zunächst schmunzeln, da es die Leonardo-Methode eigentlich nicht gibt. Jedoch glaube ich, dass an dieser Stelle die Laserbehandlung mittels eines Leonardo-Lasers gemeint ist. In diesem Beitrag soll es also darum gehen, welche Vor- und Nachteile die beiden Methoden haben und welche die Bessere ist.

Behandlung durch Energie

Die beiden Methoden (Rafaelo und Leonardo) sind generell recht ähnlich. Bei beiden Methoden wird der Hämorrhoidalknoten mittels Energie denaturiert. Bei der Rafaelo-Methode eben mit Radiowellen, bei der Leonardo-Methode mit einem Laser. Die Gewebestruktur wird durch die Energie so verändert, dass der Hämorrhoidalknoten schrumpft und die Beschwerden aufhören.

Die Rafaelo-Methode

Wie schon erwähnt, werden bei der Rafaelo-Methode Radiowellen verwendet, um den Hämorrhoidalknoten zu denaturieren. Ein Vorteil dieser Methode zur Behandlung von Hämorrhoiden ist, dass wir keine Narkose benötigen. Die Radiowellenbehandlung kann problemlos mittels örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Während der Behandlung wird der Hämorrhoidalknoten unterspritzt und die Radiowellen werden mittels einer Sonde direkt in die Hämorrhoiden gegeben. Zum Vorteil der Patienten kann die Energie hierbei sehr gut dosiert werden und recht punktuell in die Hämorrhoiden gegeben werden. Das ist möglich, da die Patienten uns während der Behandlung immer wieder Feedback geben können.

Ebenfalls gehen wir bei dieser Behandlungsmethode nicht so sehr in die Tiefe. Durch diese Punkte ist die Behandlung mittels der Rafaelo-Methode überhaupt nicht schmerzhaft. Lediglich ein leichtes Brennen kann bei den Patienten spürbar sein. In der Regel ist die Behandlung der Hämorrhoiden mit dieser Methode aber sehr schonend und es treten meist auch keine Komplikationen auf.

Einen Nachteil gibt es bei der Rafaelo-Methode trotzdem. Bei zu großen Hämorrhoidalknoten reicht die Energie der Radiowellen nicht immer aus. Daher muss in diesem Fall immer mal wieder trotzdem die Laserbehandlung stattfinden.

Behandlung der Hämorrhoiden mittels Laser

Die Laserbehandlung oder wie sie hier genannt wurde, die Leonardo-Methode ist nur unter Narkose möglich. Bei der Behandlung wird die Sonde im Bereich des Afters direkt unter die Haut und dann in den Hämorrhoidalknoten geführt. Dort wird dann mittels eines Lasers Energie in die Hämorrhoide gegeben. Leider kann die Energie bei dieser Methode nicht gut dosiert werden, weswegen häufig zu viel Energie in die Hämorrhoiden gelangt. Häufig klagen die Patienten auch während und nach der Behandlung über Schmerzen. Generell wird recht viel Gewebe zerstört, wodurch auch immer wieder Blutungen auftreten. Der Vorteil der Methode ist jedoch, dass sie bei sehr großen Hämorrhoidalknoten helfen kann.

Welche Methode ist besser?

Wie sie sehen, haben beide Behandlungsmethoden ihre Vor- und Nachteile. Die Laserbehandlung wird auch immer weiterentwickelt, wodurch sie in Zukunft immer schonender und dosierter anzuwenden wird. Leider spielen auch die Kosten der Methoden eine große Rolle, da diese meist nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Für die Behandlung der Hämorrhoiden mittels Radiowellen muss man im Normalfall ca. 650 Euro zahlen. Bei der Laserbehandlung liegt man dann schon bei 1700-2500 Euro.

Man kann schlecht sagen, welche Methode generell die bessere ist. Jede hat ihren persönlichen Anwendungsbereich. Bei kleineren Hämorrhoidalknoten würde ich die Radiowellenbehandlung empfehlen. Bei größeren Hämorrhoidalknoten eher die Laserbehandlung. Jedoch ist es hier, wie bei vielen anderen Behandlungen auch, immer eine individuelle Entscheidung.

Auf meinem YouTube Kanal finden sie auch ein Video zum Thema Integrativmedizin. Ich würde mich freuen, wenn sie auch dort einmal vorbeischauen würden.